Bisher gerettet:

Jeder kann retten:

„Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf

„Ja, das ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe…. Es handelt sich um eine Zeit aus Konrad Wolfs Leben, als er- im Film Leutnant Heckert- von der Roten Armee, der er als Leutnant angehörte, nach der Kapitulation Deutschlands zum Bürgermeister btw. Stadtkommandanten von Bernau eingesetzt wurde. Da gibt es bewegende Szenen und kuriose. Zum Beispiel ein Telefonat mit dem Nazibefehlshaber der Stadt, das dem seine Absetzung mitteilte. … Dann die ausgelassenen feucht (sehr feucht!) – fröhlichen Szenen einer Siegesfeier, die mit Ausdrücken kommentiert sind, über die Kenner des Russischen laut aufgelacht haben. Und sehr viel anrührende und bewegende Szenen- auch eine, in der Leutnant Heckers bester Freund aus einem Hinterhalt erschossen wurde.“

Brigitte Müller, Dresden


Hier ist ein Vorschlag, der etwas gegen den Mainstream-Berieselungs-Strich geht, aber bei mir selbst damals einen deutlichen "Aha-Effekt" auslöste:

"Der schwarze Freitag"

von 1966 (Regie: August Everding, Günter Meincke, Sprecher Horst Tappert) u.a. mit Curd Jürgens. Ich finde es bezeichnend, daß es diesen sehr aufklärenden Streifen kaum noch im Original käuflich zu erwerben gibt - die Ausstrahlung auf einem öffentlichen Sender muß ein reines Versehen gewesen sein ...

Stephan Benada, Dresden


"Vom Winde verweht" von Victor Flemming

Ein Film, der mich immer wieder begeistert ist "Vom Winde verweht". Ich habe ihn schon mehrmals gesehen und er ist so gut gemacht, dass ich jedesmal denke: ... heute geht er anders aus, heute geht er gut aus ... Und dann bin ich traurig, dass das Ende wie immer ist ...
Aber es ist faszinierend, dass der Film immer wieder diese Emotionen hervorruft, obwohl ich ihn schon kenne ... bewahrenswert!

"Dirty Dancing"
von Emile Ardolino

1x jährlich ist mit Freundinnen Kultfilm anschauen angesagt: "Dirty Dancing" ... auch soetwas ist für mich bewahrenswert, weil wir für diese Filmzeit zusammen glücklich sind, wir träumen zusammen, wir verbringen Zeit miteinander und freuen uns jedes Jahr wieder darauf.

Elke Jannasch


Mein Wunsch für die Filmarche ist ein neuer Film: "Die Maisinsel" von Giorgi Ovashvili aus Georgien. Vielleicht ist das möglich, ihn einfach so noch einmal zu zeigen? ... (Anm.: Der Film lief im Rahmen der Osteuropäischen Filmtage 2014)

Andrea Meinel

Dresdner Filmarche - was ist das?

In der biblischen Überlieferung wurde Noah auserwählt und rettete
in seiner selbstgebauten Arche seine Familie und je ein Paar aller Tierarten vor der Sintflut.

Jedes Jahr entstehen viele Filme: Unterhaltungsfilme, anspruchsvolle Filmkunst, verwegene Experimente, Genrekino, Hommagen an alte Zeiten, Ausblicke in die Zukunft, historische Aufarbeitungen, Blicke in andere Kulturen.
Pro Jahr kommen allein in Deutschland ca. 400 Filme neu in die Kinos. Dazu einmalig präsentierte Filme auf Festivals und selbst diese sind nur ein Ausschnitt aus dem gesamten globalen Filmschaffen. Unmöglich, da den kompletten Überblick zu behalten.

Welche Filme sind es daher wert, die Zeit zu überdauern, in Erinnerung zu behalten, neuen Generationen zu übergeben?
Es gibt diverse Filmkanons, Listen mit den besten Filmen aller Zeiten, erstellt von Kritikern, Filmwissenschaftlern, Kinomachern und Cineasten. Sie sind es, die bedeutend dazu beitragen, dass ein Film in der Gesellschaft präsent bleibt. Doch jede Auflistung ist genauso richtig wie streitbar, hat blinde Flecken oder bestimmte Fokussierungen. Im Jahr 2012 hat die britische Filmzeitschrift, die aller 10 Jahre ihre Liste mit den besten Filmen aller Zeiten aktualisiert, erstmals „Vertigo“ von Alfred Hitchcock als besten Film gekürt, der damit nach 50 Jahren „Citizen Kane“ von Orson Welles ablöste.
Welchen Film mögen Sie lieber? „Vertigo“ oder „Citizen Kane“? Oder gar einen ganz anderen Film? Eine Auflistung der besten oder liebsten Filme kann immer nur subjektiv bleiben.

Darum erstellen wir eine eigene Dresdner Filmliste.

Der Verein „KinoFabrik e.V.“ stellt sich diesen Fragen und der Aufgabe, einen Überblick über die besten und liebsten Filme der Dresdner zu sammeln und damit die Filmgeschichte und nicht zuletzt deren regionalen kulturellen und regionalpolitischen Aspekt zu pflegen.
Dazu werden in regelmäßigen Abständen Dresdner Prominente aus allen gesellschaftlichen Bereichen in das „Kino in der Fabrik“ eingeladen, um einem interessierten Publikum ihren persönlichen Lieblingsfilm vorzustellen. Welcher Film gefällt diesen Prominenten am besten, ist ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben, hat sie von der Faszination Kino überzeugt, hat sie am heftigsten berührt oder eine bleibende Erkenntnis vermittelt, hat sie am stärksten zum Lachen gebracht, verbindet sich mit einem unvergesslichen persönlichen Ereignis, etc.?
Weil der vorgestellte Film diesem Dresdner persönlich viel bedeutet, ist er es dem Verein „KinoFabrik e.V.“ wert, ihn (symbolisch) in die „Dresdner Filmarche“ aufzunehmen.

Im Lauf der Zeit soll so eine ganz spezifische und spannende Sammlung von Dresdner Lieblingsfilmen entstehen, die mittels der auf Dauer angelegten „Dresdner Filmarche“ im Gedächtnis bleiben und anderen Menschen eine filmkulturelle Empfehlung sein sollen. Über diese Liste lässt sich dann genauso streiten und sie hat blinde Flecken – aber es ist unsere eigene „Dresdner“ Lieblingsfilmliste.

Welchen Film würdest Du retten? Und warum?

Schreib uns unter:

info(at)kinofabrik-dresden.de