Dresdner Premieren
Perspektivwechsel
Zu Gast: Slowakei im Kino
Tribute to Frank
Tribute to Frank

Immer noch sehr traurig ...

Wir können die Bestürzung und die Trauer nicht beschreiben, da wir uns in diesem Jahr von Frank Apel, unserem Freund, dem wunderbaren Menschen, dem begeisterten und auch begeisternden Cineasten verabschieden mussten. Er prägte und bereicherte das kulturelle Leben unserer Stadt und darüber hinaus.

Als Gründungsmitglied unseres Vereins war er Ideengeber, Inspiration und unsere Mitte. Ob kurze Anekdoten in der Rumpelkammer oder epische Filme wie die Sibiriade - es ging immer um die Facetten menschlichen Lebens.

Jeder von uns hat Geschichten, wie sie durch Frank zum Film - und Kinoliebhaber wurden, wie Frank immer wieder neue Anregungen gegeben hat, wie wir zusammen Filme geschaut, gekocht und gelacht haben ...

Frank, Du fehlst uns. Danke für die gemeinsame Zeit und geteilte Lebensfreude.

In Erinnerung an unseren Freund Frank Apel zeigen wir zwei seiner Lieblingsfilme:

Das gelobte Land
(Ziemia obiecana)
  Polen 1975, 167 min, dt. Fassung, Regie: Andrzej Wajda

Vielleicht hat in einigen Dresdner Kreisen der Name eines Protagonisten dieses Filmes mehr Bekanntheit erlangt als der Film selbst. „Moryc Welt“ schrieb Kolumnen, kommentierte die Auswertungen der Rumpelkammer-Filmquizze oder legte im Schwarzen Salon Musik zum Tanzen auf – seine ganz persönliche Lieblingsmusik, nahezu unbeeinflusst vom Musikwunsch seiner Gäste. Frank Apel nutzte das Pseudonym Moryc Welt auch für politische Statements.
In „Das Gelobte Land“ ist Moryc Welt einer jener drei Männer, die im industriellen Aufschwung des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Łódź eine Fabrik bauen. Sie gehen im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen und schwören unter der Fuchtel des Geldes nicht nur Gott ab. Als ihre Fabrik schon kurz nach der Eröffnung wieder abbrennt, lassen sie sich davon nicht beirren, denn schon lange haben sie erkannt, wie diese Welt funktioniert.

„Das Wort „Kapitalismus“ wird nie erwähnt, aber die Perversität der Macht des Geldes wird opulent dargestellt und eine wichtige Rolle spielt dabei die Musik von Wojciech Kilar. Herrliche Walzer, wenn die Reichen brillieren, und eine schneidend böse Musik, wenn die armen Proleten an die Maschinen müssen. ... Die größte Schauspielleistung, die mir je von einem Film in Erinnerung blieb, bietet Wojciech Pszoniak als Moryc Welt.“
Frank Apel

"Das gelobte Land“ war in den Augen von Frank Apel einer der bedeutendsten Filme aller Zeiten. In seiner Ewigen-Bestenliste rangiert der Film auf Platz 2.

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Sibiriade
(Сибириада)
  UdSSR 1979, 199 min, dt. F., Regie: Andrej Michalkow-Kontschalowski

Kein anderer Kinomacher hat sich so um die Bekanntheit der „Sibiriade“ verdient gemacht wie Frank Apel. Ob Tage des sowjetischen Filmes, Russische Filmwoche, Asien-Filmfest oder nun die Osteuropäischen Filmtage – Dresden wurde zur Kinohauptstadt der „Sibiriade“. Nahezu jedes Jahr ist das opulente Werk hier zu sehen und macht es so zeitlos, wie es der ewige Alte im Film ist. Berühmt-berüchtigt wurde auch das zugehörige deftige Frühstück.
Nie wurde Frank müde, von dieser Anekdote zu berichten:

„Auf einem Festival trafen sich drei bedeutende Regisseure. Der Italiener Bertolucci, der Amerikaner Coppola und der Russe Kontschalowski. Bei einem gemeinsamen Umtrunk beschlossen sie, jeder solle ein Epos über seine Heimat drehen. Herausgekommen sind die grandiosen Werke „1900“ und „Der Pate“.
Doch das größte dieser drei Werke ist „Sibiriade“.
Frank Apel

Bei jeder Aufführung schlich sich Frank gegen Ende in den Kinosaal, um mitzuerleben, wie Nikita Michalkow zur Musik von Eduard Artemjew den Urmächten Feuer und Öl trotzte. Jedes Mal kam er völlig ergriffen wieder heraus.
Erzählt wird am Schicksal zweier verfeindeter Familien die Geschichte Sibiriens von der Zarenzeit bis in die 1970er Jahre. Politik und Poesie, Liebe und Gewalt, Hass und Opfermut – ein bildgewaltiges Meisterwerk.

Mit kleinem sibirischen Frühstück in der Pause

So. 15.11. – 11:00 Uhr   Eintritt Film mit Frühstück: 12 €  - Bitte vorbestellen: 0351 8032185!

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